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- Kalter Stahl -

Von Dunkelheit zerfressen, Ängste und mein Hass erfüllen meinen Körper. Ist der Rest doch nur noch eine Hülle, ein
Schein meiner Selbst. Und so sitze ich hier so da...Meinen Kopf, voller Gedanken an den Tod und die verschenkte
Liebe, halte ich gestützt auf meine Arme. Ich drücke mit meinen Hände gegen meine Stirn, hinter ihr verbirgt sich
Hass. Ich halte es nicht mehr aus, unerträglicher Schmerz. Ich blicke mit meinen leeren Augen zu Boden. Der Raum
ist dunkel. In tiefer Traurigkeit versunken rinnt mir eine Träne die Wange hinab, löst sich von meiner Haut,
fällt...Ihr Fall endeckt auf meinem Bein. Ich spüre ihre Wärme auf meiner Haut. Sie ist das wärmste, was ich je
verspührte. Wurde mir doch je nur mit den kältesten der Gefühle begegnet. Ist dieser Hass, den ich spüre, durch
mein eignes Verschulden entstanden? Wie kann das sein? Nie habe ich andern einen solche Hass entgegengebracht.
Hab ich diesen Hass selbst gesäht und ernte ihn nun? Nein! Das kann nicht sein. War ich doch stets darauf bedacht,
nur Liebe zu sähen. Redete mir immer selbst ein, ich würde sie schon eines Tages als Früchte meiner Arbeit
zurückerhalten. Doch so wie einem Bauer, der nur missernten hat, die Saat ausgeht, so habe ich all meine Liebe
gesäht und nie zurückerhalten, was ich an andre gab. Und nun sitze ich hier...Ohne Liebe...In meinem Zimmer. Mein
Gesicht vor Schmerz verzerrt. Wärst du nur hier, um meinen Schmerz zu lindern. Aber vielleicht ist es selbst dafür
zu spät. Und so fasse ich den Entschluss. Ich schaue auf, die Hülle meines kraftlosen Körpers wankt. Ich erhebe
mich von meinem Bett, schaue benommen durch mein Zimmer. Mein Blick, von Tränen getrübt, lass ich schweifen ein
letztes mal. Habe ich den Mut? Der Hass wird mich leiten...Der Hass...Der Hass auf mich selbst und meine Torheit.
Es muss wohl kalt sein, doch diese Kälte mag ich nicht mehr zu verspüren, ist doch meine Seele von noch viel
größerer Kälte erfüllt. Eine fast leere Flasche Whisky steht auf meinem Tisch. Ich gehe schwankend auf sie zu.
Ich öffne sie, ziehe den lieblichen Duft ein letztes mal in meine Nase. So oft hab ich dieses Geruch in letzter
Zeit vernommen. Ich nehme einen schluck, mein Gesicht verzerrt sich. Ich kneife die Augen zusammen, setze die
Flasche ab...Sie ist leer. So soll es nun also enden? Ich stelle die Flasche wieder ab und wende mich selbst gen
Schrank. Ich erblicke meine Schwerter...Ich ziehe mir meine Hose an, werfe meinen Mantel über und ergreife meine
Schwerter. Alles schläft, und auch ich werde bald schlafen...Für immer. Das ist meine Absicht. Ich gehe leise
hinab und verlasse das Haus. Ich gehe in die klare Nacht hinaus, blicke gen Himmel...Sterne...Der Mond...
Verschwommene Bilder. Ich mache mich auf, mein letzter Gang, ich muss den Hass freigeben, muss meiner Hülle
entschwinden, um meiner verwundeten Seele Ruhe zu gewähren. Alles hier erinnert mich an dich. Warum konnte ich
nicht die Liebe erhalten, die ich bereit gewesen bin, dir entgegenzubringen? Und immer noch würde ich dir all
meine verbliebene Liebe schenken, würdest du sie doch nur erwiedern. Du hast meiner Seele den Todesstoß gegeben
und in meinem Körper zurückgelassen. Nun seh ich kein andern Ausweg mehr, als meinen Körper den Geschicken des
Windes zu übergeben. So werd ich vollenden, was du begannst...Ich laufe ziellos umher, nur darauf bedacht, einen
würdigen Ort für meine letzte Tat zu erreichen. Und so zieh ich durch die Straßen, schwankend ist mein Gang doch
ruhig. Wollte niemals jemanden mit dieser Tat belasten, niemals jemanden verletzen, ausser meiner selbst. Wie lange
irre ich nun schon umher? Ich weiß es nicht. Letztendlich sehe ich mein Ziel vor Augen: Einen verlassenen Ort, an
dem ich meine Ruhe finden kann. Wie gern hätte ich doch noch länger auf dieser Welt verweilt, aber nicht so...So
stelle ich mich nun hier hin, meine Haare wehen im Wind, ich schließe meine Augen und denke an dich. So klar stehst
du vor mir in meinem Gedanken, ich wünschte mir so sehr, du wärst nun hier...Könntest mich nun sehn...Wie meine
Seele an dem Tag starb, als mir bewusst wurde, deine Liebe gehört einem anderen, so wird heut mein Körper meiner
Seele in die Ewigkeit folgen. Wärst du hier, was würdest du tun? Würdest du mich von meinem Vorhaben abhalten?
Oder ist dir mein Leben eben so gleichgültig, wie es dir meine Liebe war? Ich gebe dir nicht die Schuld, aber ich
kann mit dieser Situation nicht leben. Es ist allein meine Schuld, dass ich nicht mit ihr umgehen kann. Ich könnte
dir nie die Schuld an etwas zuweisen, dafür liebe ich dich viel zu sehr. Ich öffne langsam meine Augen wieder. Nun
ziehe ich meine Klingen. Ihr Glanz ist so silbern wie des Mondes Schein. Nie zuvor habe ich diese Schönheit des
kalten Stahls so erkannt, wie in diesem Augenblick. Und wieder fällt mir nur eines ein: Du! Diesen wunderschönen
Glanz vernahm ich in deinen Augen wenn ich Nachts oft stundenlang in deine Augen blickte...Doch diese Momente sind
längst Vergangenheit. Ich blicke ein letztes mal zum Himmelsgestirn auf, umklammere die Griffe meiner Klingen fest.
Ich zittere...Nun ist es so weit: Ich ramme mir kalten Stahl zwischen meine Rippen und doch fühle ich mich warm,
denn in diesem letzten Augenblick denke ich nur an dich...Ich sinke zu Boden und mein Bewusstsein schwindet...Genau
wie aller Schmerz, der je auf mir lastete...Leb wohl...
17.12.06 18:07
 


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